Definition und Maßnahmen zu PAK:

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Was sind PAK?

PAK ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von mehreren hundert verschiedenen Einzelstoffen, die in ihrer chemischen Struktur mehrere eng aneinander gebundene Benzolringe (Kerne) aufweisen. Der Fachmann nennt sie deshalb Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe, eben PAK. Typische PAK sind z.B. Naphthalin (früheres Mottenschutzmittel), Phenanthren, Anthracen, Pyren, Benzo(a)pyren.

Zwei- bis vierkernige PAK mit Siedepunkten bis ca. 400 °C sind flüchtig und verdampfen im Lauf der Zeit; vier- bis sechskernige PAK mit Siedepunkten bis 550 °C sind dagegen schwerflüchtig und liegen fast ausschließlich gebunden an Staubteilchen vor. Bekanntester Vertreter aus der Gruppe der PAK ist das Benzo(a)pyren (BAP), das häufig als Leitsubstanz bei der analytischen Erfassung und der toxikologischen Bewertung belasteter Proben dient

PAK entstehen immer dann, wenn organisches Material unter Sauerstoffmangel erhitzt wird oder verbrennt. Sie bilden sich deshalb nicht nur bei der Verkokung von Steinkohle, sondern auch bei Verbrennungsprozessen aller Art, z.B. in Verbrennungsmotoren, in Ofen und Feuerungsanlagen, bei rußenden Kerzen, beim Grillen von Fleisch- und Wurstwaren, beim Rauchen von Tabakwaren u.ä. PAK sind deshalb in mehr oder weniger hoher Konzentration und in unterschiedlicher Zusammensetzung praktisch allgegenwärtig. 

Weil zahlreiche PAK nachweislich krebserzeugend sind sowie schädigend auf das Erbgut und das Immunsystem wirken, soll man sich ihnen so wenig wie möglich aussetzen. Die neuen Besitzer ehemaliger US-Wohnungen waren deshalb wenig erbaut, als neben anderen chemischen Hinterlassenschaften auch erhöhte PAK Konzentrationen im Hausstaub ihrer Wohnungen gefunden wurden. Soweit diese Wohnungen erst zur Renovierung und zum weiteren Verkauf anstehen, stellen diese Altlasten ein erhebliches technisches und nicht zuletzt auch psychologisches Problem dar. Wer fühlt sich schließlich schon wohl dabei, unfreiwillig solchen Schadstoffen ausgesetzt zu sein. 

Dabei fällt eine wirklich zuverlässige Einschätzung der realen Gefährdung schwer, schließlich haben Menschen und Familien in diesen Wohnungen offenbar über Jahrzehnte problemlos gewohnt. Heute greift hier der Grundsatz der Vorbeugung und es stellt sich die Frage nach angemessenen und wirksamen Gegenmaßnahmen.

Maßnahmen gegen PAK

Der Verunsicherung und Ratlosigkeit in Sachen PAK begegnet UZIN nicht mit Panikmache und überzogenen Forderungen, sondern mit technisch durchdachten, machbaren und bezahlbaren Sanierungsmaßnahmen, mit denen eine zukünftige PAK Exposition zuverlässig unterbunden werden kann. 

Die PAK Situation in den betroffenen Wohnungen stellt sich je nach Lage und Standort durchaus unterschiedlich dar. Bei der Entscheidung, ob Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen sind, hilft eine Presseerklärung des Umweltbundesamts (UBA) vom 29.04.1998. Danach hängen die erforderlichen Maßnahmen vom Benzolalpyren(BAP)-Befund ab wie folgt (vereinfacht dargestellt): 

  • Fall 1:
    BAP im Alt-Klebstoff (mg/kg): < 10
    BAP im Hausstaub (mg/kg): Messung nicht notwendig
    Maßnahme: keine
  • Fall 2:
    BAP im Alt-Klebstoff (mg/kg): Messung nicht notwendig
    BAP im Hausstaub (mg/kg): < 10
     Maßnahme: situationsbedingt / mittelfristig
  • Fall 3:
    BAP im Alt-Klebstoff (mg/kg): > 10
    BAP im Hausstaub (mg/kg): > 10
    Maßnahme: kurzfristig

Aufgrund der seit dem Bau der Wohnungen vergangenen, langen Zeit sind flüchtige PAK weitgehend aus der Klebstoffschicht verschwunden. Mit PAK Dämpfen in der Raumluft ist deshalb nur noch in den seltensten Fällen zu rechnen. Feststellbar sind PAK heute vor allem als Anhaftung und Bestandteil im Hausstaub der betroffenen Wohnungen. Man erklärt sich diese Staubbelastung durch das Austreten von PAK haltigen Klebstoffpartikeln aus den immer vorhandenen Fugen und Rissen im Boden und entlang den Wänden. 

Eine wirkungsvolle Sanierung der betroffenen Wohnungen kann deshalb nur mit Methoden erfolgen, mit denen jede weitere Entstehung oder Freisetzung PAK haltiger Stäube verhindert wird. Daneben sollte jedes Verfahren entsprechend den fachlichen Regeln der Fußbodentechnik und mit üblichen handwerklichen Mitteln durchführbar sein. Die Akzeptanz einer Sanierungsmethode wird nämlich auch hier von einer Abwägung wirtschaftlicher, technischer und ökologischer Aspekte und damit letztlich vom Preis-Leistungs-Verhältnis des Verfahrens abhängen. 

Dieses gesamtheitliche Betrachtungsschema liegt dem vorliegenden UZIN PAK Sanierungssystem mit den drei folgenden Verfahrensvarianten zugrunde:

In Abhängigkeit von der jeweils vorliegenden Situation erfolgt der Aufbau des neuen Bodenbelages entweder auf dem belassenen Alt-Parkett, nach Entfernung des Alt-Parketts auf dem versiegelten Alt-Klebstoff oder auf dem komplett von Altschichten befreiten Estrich. Für den Fall, dass auch der Alt-Estrich entfernt wird, erübrigt sich ein spezielles Sanierungs­verfahren, weil dann auf dem neu einzubringenden Estrich nach sowieso bekannten Regeln des Fachs gearbeitet werden kann. 

Beim UZIN PAK Sanierungssystem wird berücksichtigt, dass als Neu-Belag außer Parkett auch andere Bodenbeläge in Frage kommen, z.B. textile oder elastische Bodenbeläge, Linoleum und Keramik.
Bei jedem der drei UZIN Sanierungsverfahren finden sich Aufbauschemata und Arbeitsanweisungen für verschiedene Arten von Neu-Belägen.