Metalle als Verlegeuntergründe für Bodenbeläge werden bisher in den bestehenden Regelwerken und Merkblättern der Fußbodentechnik praktisch nicht beschrieben. Dennoch zeigt die tägliche anwendungstechnische Beratungspraxis, dass der Verleger vielfach, wenn auch häufig nur auf kleinen Flächen, mit diesem Untergrundmaterial konfrontiert ist. Typische Beispiele sind Installationsschächte, Revisionsöffnungen oder Böden in Aufzügen.

Revisionsschacht aus verzinktem Stahlblech

Auf großflächige Metallflächen kann man z. B. bei Gebäudebrücken oder bei Quellluftböden treffen.
Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, den Verleger für die Eigenheiten dieses Untergrundmaterials zu sensibilisieren, die verschiedenen Metalle mit ihren klebetechnischen Eigenschaften vorzustellen und notwendige Vorbereitungsarbeiten zu erläutern. Praktische Beispiele typischer Baustellensituationen geben Hilfen zur Vermeidung von Fehlanwendungen und Reklamationen und runden damit das Thema ab.

Bei der Bodenbelagsverklebung auf Metalluntergründen sind folgende Eigenheiten dieser Werkstoffklasse zu beachten:

  • Metalle weisen an ihrer Oberfläche häufig einen antiadhäsiven Film,
    z. B. Maschinen- oder Trennöl auf.
  • Metalle sind in vielen Fällen oberflächenbehandelt. Für die funktionierende Klebung ist die Oberfläche ausschlaggebend, daher kann bei gleichem Metall und unterschiedlicher Oberflächenbehandlung ein unterschiedliches Klebeverhalten resultieren.
  • Einige Metalle neigen zur Korrosion. Dadurch kann die Klebeverbindung durch Korrosionsprodukte unterwandert werden, was langfristig zum Versagen der Klebung führen kann.

Ausgehend von diesen Feststellungen hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • Zuerst sollte festgestellt werden, welches Metall mit welcher Oberflächenbehandlung vorliegt.
  • Unabhängig von der Art des Metalls und der Oberflächenbehandlung sollte die Oberfläche immer mit einem entfettend wirkenden Reinigungsmittel vorbehandelt werden (danach sorgfältig mit viel Wasser spülen).

Die Entfettung sollte nur in Ausnahmefällen durch Einsatz von Lösungsmitteln erfolgen. Diese bergen das Risiko in sich die Oberfläche nicht sicher vollständig zu entfetten. Darüber hinaus ist ihr Einsatz aus Arbeits- und Umweltschutzgründen als kritisch zu betrachten.

  • Alle Oberflächen sind mit einem 60er Korn gut anzuschleifen und danach gründlich von Staub zu reinigen. Zum Abschleifen des relativ weichen Aluminiums hat sich besonders der Einsatz von 120er Schleifvlies (z. B. Fibral) bewährt.
  • Rohe Stahlteile werden unmittelbar nach dem Reinigen und vor der Beklebung mit einem geeigneten Rostschutz-Primer behandelt.

In Tabelle 1 sind die für die Fußbodentechnik wichtigsten Metalluntergründe und der Umgang mit diesen Untergründen zusammengefasst. Die Angaben zu den als geeignet angegebenen Klebstoff- und Grundierungsgruppen sollen primär der ersten Orientierung dienen.

 Metall   Aluminium Blei Kupfer Messing Stahl    
  verzinkt roh Edelstahl
Grundierung Muss  EP-Grund.(1) Spezialgrund.(2)   EP-Grund.(1)   Rostschutz-Primer (4)
Kann     EP-Grund.(1)        
Direktklebung     EP-Klebstoff(3)   EP-Klebstoff(3) EP-Klebstoff(3)  

(1) Dünnflüssige Epoxidharzgrundierung, z. B. UZIN PE 460
(2) Die Spezialgrundierung für Blei sollte immer nach den Vorgaben des Klebstoffherstellers erfolgen
(3) Epoxidharzklebstoff entsprechend der Klebstoff- oder Belagshersteller-Empfehlung, z. B. UZIN KR 421
(4) Nichtrostender (Edel-)Stahl ist als Verlegeuntergrund so kritisch, dass möglichst anwendungstechnische Beratung eingeholt werden sollte

Die Vielzahl der unterschiedlichen Produkte und Formulierungen auch innerhalb nur einer Klebstoffgruppe lässt eine allgemeingültige Empfehlung leider nicht zu. Allerdings wird erkennbar, dass Produkte auf Polyurethan-Basis in der Tabelle nicht aufgeführt sind, da sie häufig nur zu schlechter oder allenfalls mäßiger Anhaftung führen, sie scheiden damit als allgemeine Anwendungsempfehlung aus.
Wenn möglich sollte eine Probeverklebung mit als geeignet angesehenen Produkten erfolgen; bei verzinktem Stahl wird sie grundsätzlich empfohlen.
Wird die Metalloberfläche mit einer Epoxidharzgrundierung grundiert, so kann nach deren Aushärtung der Belag direkt mit einem für den jeweiligen Bodenbelag geeigneten Reaktionsharzklebstoff verlegt werden.
Ist eine geeignete Klebstoffgruppe benannt, so kann der Bodenbelag direkt auf den Metalluntergrund geklebt werden, immer vorausgesetzt, dass die Oberflächenstruktur dies auch erlaubt. Sofern die Anwendungsbedingungen es zulassen, ist auch der Einsatz von Dispersionsklebstoffen im Haftklebeverfahren möglich.
Gelegentlich werden auch pulverbeschichteter Stahl oder Aluminium eingesetzt. Im eigentlichen Sinne sind dies gar keine Metalle als Verlegeuntergünde, da die Kontaktfläche die Oberfläche des klebefreundlichen Kunststoffs ist. In diesen Fällen reicht gewöhnlich Reinigen und Anschleifen und daran anschließend das Kleben nach den bekannten Methoden für nichtsaugfähige Untergründe aus.

  • Blei: Dies ist der einfachste Fall, denn Blei tritt immer nur bei speziellen Anforderungen, wie z. B. der Abschirmung gegen ionisierende Strahlung, auf. In diesen Fällen fordert der Auftraggeber also auch explizit eine Verlegung auf diesem Metall, so dass hier keine Notwendigkeit zur Materialbestimmung besteht.
  • Aluminium: Dieses Metall ist meistens oberflächlich grau, kann aber auch infolge Oberflächenbehandlung dunkelgrau bis schwarz oder auch in anderen Farben auftreten. Bei grauer Oberfläche ähnelt es nichtrostendem Stahl (Edelstahl), kann aber infolge seiner niedrigeren Härte, leicht durch eine Ritzprobe mit z. B. einem Nagel, von diesem unterschieden werden.
  • Kupfer: Durch seine charakteristische Rotfärbung ist dieses Metall relativ einfach zu identifizieren.
  • Messing: Messing hat ebenfalls eine charakteristische, gelbliche Farbe. Allerdings kann galvanisch verzinkter Stahl eine ähnliche Färbung aufweisen, so dass Verwechselungen auftreten können. Die sicherste Unterscheidung zwischen beiden Metallen kann mit einem Magneten erfolgen - verzinkter Stahl ist magnetisch, Messing nicht.
  • Stahl: Stahl wird meistens feuerverzinkt, seltener auch galvanisch verzinkt oder mit roher Oberfläche eingesetzt. Die Feuerverzinkung weist eine für sie typische, schmutziggraue Färbung auf. Manchmal sind auch die großflächigen Zinkkristalle auf der Oberfläche erkennbar. Galvanisch verzinkter Stahl glänzt eher und weist ein Farbspektrum auf, das von einem hellen Blau bis zu einem tiefen Olivgrau reichen kann. Ist ein Magnet zur Hand, können beide dadurch von allen anderen Metallen unterschieden werden.
  • Nichtrostender Stahl (Edelstahl): Dieses Material kann an seiner hellgrauen, häufig leicht glänzenden Oberfläche erkannt werden. Durch die Ritzprobe kann eine Verwechselung mit Aluminium ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu verzinktem Stahl ist Edelstahl nicht magnetisch und lässt sich darüber sicher von verzinktem Stahl unterscheiden.

1. Quellbelüftete Fußbodenkonstruktionen (Klimaböden)

Auf quellbelüfteten Fußbodenkonstruktionen kommen Bodenbeläge zum Einsatz, die es ermöglichen die Räume durch den Belag hindurch zu belüften. Bei diesen Klimaböden hat Sauberkeit oberste Priorität. Daher sind Taschenfilteranlagen in die Konstruktion integriert, die regelmäßig gereinigt werden müssen. Der Verarbeiter trägt durch das Vorstreichen des Unterbodens (meist Beton) mit einer Dispersionsgrundierung zur Sauberkeit der Konstruktion bei. Danach werden die Lochschlitzplatten aus verzinktem Stahl (Bild 2) oder gelochte mineralische Doppelbodenplatten eingesetzt.

Textilbelag auf Klimaboden aus verzinktem Stahl, geklebt mit Dispersionsklebstoff im sog. „Double-Drop-Verfahren“

Die gereinigte und klimatisierte Luft wird über die Hohlräume der Doppelbodenkonstruktion und durch die Lochschlitze der Doppelbodenplatten in den Raum geleitet.
Quellbelüftete Fussbodenkonstruktionen gibt es hauptsächlich in Bürogebäuden, wo man auf eine gleichmäßige Belüftung und Klimatisierung Wert legt. Beispiele sind Banken und Versicherungen, typisch ist auch der Einsatz in Spielbanken und Reinräumen.
In erster Linie werden nur spezielle textile Bodenbeläge in Bahnen und Fliesen verwendet, die über eine definierte Luftdurchlässigkeit verfügen und einen entsprechenden Luftdurchfluss gewährleisten. Der Fachbegriff dafür lautet Luftdurchsatz. Manchmal kommen auch textile oder elastische Beläge zum Einsatz, die über eine entsprechende Schlitzung oder Lochung verfügen.

Bei der Verklebung auf Klimaböden sind folgende Punkte zu beachten:

1. Unbedingte Sauberkeit einhalten, der Unterboden muss staubfrei sein. Ein Vorstrich ist zwingend erforderlich. Bei Betondecken/Sohlen sollte mit einer Dispersionsgrundierung vorgestrichen werden.

2. Der Korrosionsschutz oder Primer auf der Metalllochschlitzplatte muss vollflächig intakt sein.

3. Nur vom Hersteller frei gegebenen Klebstoff mit einer standfesten Konsistenz einsetzen. Hier haben sich Klebstoffe mit einem starken Fadenzug und guter Rollfähigkeit auf SBR-Latex bewährt. Der Klebstoff darf weder durch die Öffnungen auf den Unterboden gelangen, noch darf er die Öffnungen ganz oder teilweise verschließen.

4. Für den Auftrag des Klebstoffs ist eine grobe Schaumstoffrolle zu verwenden, z. B. eine gelbe grobe Moltoprenrolle. Beim Auftrag ist unbedingt ein Abstreifgitter zu verwenden, um einen gleichmäßigen Klebstoffauftrag zu gewährleisten. Der Verbrauch liegt ca. 300 g/m² und die Einlegezeit des Belags beträgt ca. 10 bis 15 Minuten - der mögliche Einfluss der raumklimatische Bedingungen sollte unbedingt beachtet werden.

5. Die Lochungen der Bodenbeläge und der Metallplatten müssen deckungsgleich sein, sonst ist die Luftzirkulierung nicht ausreichend gewährleistet.

6. SL-Fliesen werden mit einer rutschbremsenden Dispersion arretiert. Die Fugen der Doppelbodenplatten müssen abgeklebt werden, damit kein Klebstoff in den Fugenbereich gelangen kann - ansonsten könnte es beim Begehen zur Geräuschentwicklung kommen.

In der Praxis hat es sich bewährt, die Fugen der Doppelbodenplatten mit einem Klebeband abzukleben. 

2. Verzinkte Stahlplatten

Fußbodenkonstruktionen mit verzinkten Metallplatten sind z. B. auf Schiffen, in Fahrstühlen oder Fluggastbrücken anzutreffen. Im Schiffsbau besteht der gesamte Untergrund aus einer rostgeschützten Stahlkonstruktion und die Bodenbeläge sind praktisch alle vollflächig verklebt. Bei Fahrstühlen werden meist elastische oder textile Bodenbeläge eingesetzt, bei Fluggastbrücken werden überwiegend elastische Beläge oder auch rutschhemmende Sicherheitsbeläge verklebt.

Fluggastbrücke mit Sicherheitsbelag

Im Wohnungs- und Industriebau treten Metalle z. B. bei altem Revisionsschächten, Kontrollschächten oder Kanälen auf.

Bodenöffnung an Unterflurkanal

Weiterhin findet man Unterflurkanäle und Elektro-Installationssysteme in Großraumbüros von Banken.

Bei der Verklebung auf verzinkte Metallplatten sind folgende Punkte zu beachten:

1. Die Metalluntergründe sind gründlich mit einem 60er bis 80er Schleifkorn anzuschleifen und anschließend mit einem Industriestaubsauger abzusaugen.

2. Der Untergrund muss mit einem wäßrigen Intensivreiniger entfettet werden.

3. Falls die Verlegefläche nicht eben genug ist, müssen Stahluntergründe mit einer zweikomponentigen Polyurethan-Spachtelmasse, ausgeglichen werden. Zuvor muss ein Rostschutzprimer oder ein zweikomponentiger Epoxivorstrich aufgetragen werden.

4. Die Beläge werden auf den vorbereiteten Untergrund mit einem zweikomponentigen Epoxiklebstoff geklebt.

5. Mit Dispersionsklebstoffen kann auf diesen Untergründen eine Verlegung von elastischen Bodenbelägen nur durch eine Haftklebung durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Metalluntergrund mit einem Primer oder einer Rostschutzfarbe vor der Klebung vorgestrichen worden ist. Textile Bodenbeläge werden in gleicher Weise im Haftklebe- oder  im sogenannten Double-Drop-Verfahren verklebt.

6. Bei Edelstahl als Verlegeuntergrund sollte grundsätzlich eine anwendungstechnische Beratung eingeholt werden.

Generell ist es beim Kleben auf Metalluntergründe wichtig nicht alle Metalle über einen Kamm zu scheren, sondern auf den konkreten Einzelfall einzugehen. Bei Beachtung der geschilderten Hinweise ist eine optisch ansprechende und dauerhafte Verklebung von Bodenbelägen auch auf diesen manchmal als kritisch angesehenen Untergründen problemlos möglich.

Autoren:
Dr. Norbert Arnold - Leiter Technischer Produktservice Uzin Utz AG
Norbert Böhm - Leiter UZIN-Anwendungstechnik Außendienst

Dieser Artikel ist in der Fachzeitschrift "Fussboden Technik" in den Ausgaben 03/2010 und 04/2010 erschienen.