Bei einem nahe an einem Flussufer gelegenen Altbau wurde in einem Kellerraum ein dampfdichter PVC-Belag verlegt. Nach kurzer Zeit kam es zum Schaden in Form von Blasenbildung. Offensichtlich stieß Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch den vorhandenen Magnesiaestrich nach, mit den beschriebenen Folgen.
Der Boden sollte saniert und auf Wunsch des Hausherrn jetzt mit Linoleum belegt werden. Der beauftragte Bodenleger stand nun vor einem Problem: Da es sich um nachstoßende  Feuchtigkeit handelte, würde der Einsatz eines Trockners nicht zur dauerhaften Entfernung der Feuchtigkeit führen. Die häufig zur Feuchtigkeitsabdichtung verwendeten Epoxidharz- oder Polyurethanabdichtungen würden zu einer Auffeuchtung des Magnesiaestrichs führen und diesen feuchteempfindlichen Untergrund auf Dauer zerstören. Damit schied auch diese Variante aus.

Hilfe brachte der Tipp eines konsultierten Sachverständigen: Ein Verlegewerkstoffhersteller würde eine Unterlage anbieten, die auch in solchen Fällen die Verlegung von dampfdichten Belägen ermögliche. Tatsächlich ergab die Nachfrage die Lösung: Die Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn!

Die Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn kommt als Bahnen aus glasfaserverstärktem PVC zum Einsatz. Die Dicke von 1,5 mm und der Einbau der Glasfasern bewirken die hohe Stabilität und PVC als Werkstoff die Dauerhaftigkeit der Unterlage. Kleine Noppen auf der Unterseite der Bahnen führen zu einem schmalen druckstabilen Hohlraum zwischen Unterlage und Untergrund. Dadurch wird eine Luftzirkulation ermöglicht, und die nachstoßende Feuchtigkeit kann über die Randfuge aus der Konstruktion abgeführt werden. 
Somit bildet dieser „Alleskönner“ eine stabilisierende, isolierende und
dampfdichte Schicht zwischen tragendem Untergrund und zu verlegendem
Belag. Er kann auf praktisch jedem Untergrund, der ausreichend eben und fest
ist, lose verlegt werden. Beispiele sind feuchte oder ölverschmutzte Estriche,
Stein- und Keramikböden sowie fest verklebte Altbeläge. Textil-, PVC- und CV-Beläge können darauf nach den üblichen Regeln des Fachs für
nichtsaugfähige Untergründe verlegt werden. Bei Linoleum sind darüber
hinaus einige Besonderheiten zu beachten: Z. B. sollten Hängebuchten
aufgrund der hohen Eigenspannung eventuell herausgeschnitten und die
Verklebung mit einem 2K-Dispersionsklebstoff erfolgen. Da nicht alle
Linoleumbeläge gleichermaßen zur Verlegung auf der Stabilisierungsunterlage
geeignet sind, sollte die herstellerspezifische Freigabe erfragt werden.
Die Funktion der Noppenrückseite wird durch Begrenzung der maximalen
Punktlasten und die dauerhafte Belüftung auf feuchten Untergründen durch
den Einsatz von hinterlüfteten Sockelleisten gewährleistet.  
Steht eine Renovierung oder die Neuverlegung eines Bodenbelags an, kann die
Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn samt Bodenbelag problemlos
aufgenommen werden. Der Altuntergrund ist dann unmittelbar zur Verlegung mit Neubelägen unter Verwendung einer neuen Stabilisierungsunterlage bereit.
Die Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn – der Problemlöser für (fast) alle Fälle!

 

Bild 1: Alter, verschmutzter Betonboden als typischer Untergrund für den Einsatz der Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn UZIN RR 185. Große Unebenheiten sind teilweise mit Epoxidharz ausgeglichen.
Bild 2: Stampfasphaltplatten als typischer Untergrund für den Einsatz der Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn UZIN RR 185. Große Unebenheiten sind teilweise mit Epoxidharz ausgeglichen.
Bild 3: Einsatz des 2K-Epoxidharzklebstoffs UZIN KR 421 auf der Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn UZIN RR 185; im Hintergrund sind auf der zurückgeschlagenen Stabilisierungsunterlage die hellen Noppen auf der Bahnenunterseite sichtbar.
Bild 4: Verlegung von heterogenen PVC-Fliesen Gerflor GTI auf der Stabilisierungsunterlage/Abdichtungsbahn UZIN RR 185

Autor:
Dr. Norbert Arnold – Leiter Technischer Produktservice Uzin Utz AG

Dieser Artikel ist in der Fachzeitschrift "Fussboden Technik" Ausgabe 02/2010 erschienen.